Schnellladen in Deutschland: 23,6 Prozent aller Ladepunkte bieten High-Power-Charging
Aktuelle Daten der Bundesnetzagentur zeigen: Knapp jeder vierte Ladepunkt in Deutschland ist ein Schnellladepunkt. Bei 209.134 Ladepunkten liegt die durchschnittliche Leistung bei 78 kW.
Rund jeder vierte öffentliche Ladepunkt in Deutschland ermöglicht schnelles Laden mit Gleichstrom (DC). Eine aktuelle Auswertung des Ladesäulenregisters der Bundesnetzagentur durch Elektroauto Radar belegt, dass von insgesamt 209.134 erfassten Ladepunkten genau 49.374 als Schnellladepunkte ausgewiesen sind. Das entspricht einem Anteil von 23,6 Prozent.
Ladeinfrastruktur in Deutschland
- Ladestandorte
- 116.442
- Ladepunkte
- 209.134
- Schnellladepunkte
- 49.374
ab 50 kW
Quelle: Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, aufbereitet von Elektroauto Radar.
Was die Daten zeigen
Die bundesweite Ladeinfrastruktur verteilt sich auf insgesamt 116.442 Ladestandorte. Über das gesamte Netz hinweg beträgt die rechnerische Durchschnittsleistung 78 kW pro Ladepunkt. Dies verdeutlicht, dass neben den klassischen Normalladepunkten (AC) zunehmend leistungsfähigere DC-Ladesäulen in Betrieb genommen werden.
Die zentralen Kennzahlen der aktuellen Erhebung stellen sich wie folgt dar:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ladepunkte gesamt | 209.134 |
| Schnellladepunkte (DC) | 49.374 |
| Anteil Schnellladepunkte | 23,6 % |
| Ladestandorte gesamt | 116.442 |
| Rechnerische Durchschnittsleistung | 78 kW |
Die Auswertung verdeutlicht zudem das Verhältnis von Standorten zu Ladepunkten: Im Bundesdurchschnitt entfallen knapp 1,8 Ladepunkte auf einen Standort. Viele Ladestationen in Deutschland sind weiterhin als Einzelsäulen oder Doppelladepunkte konzipiert, wenngleich an Verkehrsknotenpunkten vermehrt größere Schnellladeparks entstehen.
Bundesländer nach Ladepunkten
| Bundesland | Ladepunkte | davon schnell | Standorte |
|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 41.201 | 9.183 | 22.499 |
| Bayern | 39.849 | 9.513 | 22.838 |
| Baden-Württemberg | 35.202 | 5.641 | 18.863 |
| Niedersachsen | 20.783 | 6.192 | 11.482 |
| Hessen | 16.105 | 4.043 | 8.952 |
| Schleswig-Holstein | 8.038 | 2.018 | 4.349 |
| Rheinland-Pfalz | 8.021 | 2.695 | 4.527 |
| Berlin | 7.561 | 1.074 | 4.953 |
Quelle: Bundesnetzagentur / Elektroauto Radar
Warum das so ist
Der Anteil von 23,6 Prozent spiegelt den strukturellen Wandel beim Ausbau der Ladeinfrastruktur wider. Historisch dominierte zunächst der Normalladebereich im städtischen Raum, um Laternenparkern und Pendlern eine Grundversorgung zu bieten. Für die Langstreckentauglichkeit von Elektrofahrzeugen ist jedoch die Verfügbarkeit hoher Ladeleistungen entlang von Autobahnen und Bundesstraßen unerlässlich.
Die durchschnittliche Ladeleistung von 78 kW über alle Ladepunkte hinweg dokumentiert diesen technologischen Übergang. Während Wechselstrom-Ladepunkte (AC) in der Regel mit 11 kW oder 22 kW betrieben werden, heben DC-Schnellladepunkte mit Leistungen von 50 kW bis hin zu 300 kW und mehr den bundesweiten Durchschnitt signifikant an. Der Ausbau wird maßgeblich von kommerziellen Ladeverbindungsnetzbetreibern getrieben, die vermehrt hochmoderne Standorte erschließen.
Was das für E-Auto-Fahrer bedeutet
Für Fahrer von reinen Elektrofahrzeugen bringt der steigende Anteil an Schnellladepunkten spürbare Zeiteinsparungen auf längeren Strecken. Während das Laden an AC-Säulen primär für längere Standzeiten (wie am Arbeitsplatz oder über Nacht) vorgesehen ist, verkürzen die 49.374 Schnellladepunkte die Ladezeiten unterwegs erheblich. Moderne Modelle, die in unserer Elektroauto-Datenbank gelistet sind, können an DC-Stationen oft innerhalb von 20 bis 30 Minuten ausreichend Energie für mehrere hundert Kilometer nachladen.
Gleichzeitig variieren die Kosten je nach Ladeart und Betreiber deutlich. Wer unterwegs Schnellladepunkte ansteuert, zahlt häufig andere Kilowattstundenpreise als beim Laden an langsameren Wechselstrompunkten. Es empfiehlt sich daher, die Ladekosten in Deutschland zu verstehen und Tarife im Vorfeld zu vergleichen. Um die anfallenden Fahrtkosten für verschiedene Streckenprofile transparent zu kalkulieren, hilft der direkte Blick in einen Ladekosten-Rechner.
Methodik
Die Angaben basieren auf den offiziellen Rohdaten des Ladesäulenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA), in dem alle nach der Ladesäulenverordnung gemeldeten öffentlich zugänglichen Ladeeinrichtungen erfasst werden. Die Bereinigung, Aggregation und Auswertung der Datensätze erfolgte eigenständig durch Elektroauto Radar. Als Schnellladepunkte werden Ladeeinrichtungen klassifiziert, die bauartbedingt Gleichstrom (DC) bereitstellen und die entsprechenden regulatorischen Kriterien erfüllen. Datenstand der vorliegenden Auswertung ist der 8. September 2026.
Quellen
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