Ladekosten verstehen: Was das Laden eines Elektroautos 2026 wirklich kostet

Zuhause, an der Säule und am Schnelllader kostet Strom sehr unterschiedlich. Wir rechnen mit aktuellen deutschen Preisen vor, was 100 Kilometer kosten.

Elektroauto Radar RedaktionVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit geprüft am 09.09.2026Redaktionsrichtlinien

Die Ladekosten eines Elektroautos hängen an drei Größen: dem Verbrauch des Fahrzeugs, dem Preis pro Kilowattstunde und dem Anteil, den Sie zuhause statt unterwegs laden. Wer diese drei Werte kennt, kann seine Kosten auf wenige Cent genau vorhersagen.

Die Formel

Ladekosten pro 100 km = Verbrauch in kWh/100 km × Strompreis in Euro/kWh

Dazu kommt der Ladeverlust: Ein Teil der bezahlten Energie landet nicht im Akku, sondern geht als Wärme verloren. An der Wallbox rechnen wir bei Elektroauto Radar mit rund 10 Prozent Aufschlag, am Gleichstrom-Schnelllader mit weniger, weil dort direkt in den Akku geladen wird.

Aktuelle Strompreise in Deutschland

Diese Referenzwerte hinterlegen wir in unseren Rechnern. Sie stammen aus der BDEW-Strompreisanalyse und aus Preisblättern der Ladeanbieter, Stand Juli 2026.

LadeortPreis pro kWh
Autostromtarif zuhause (eigener Zähler)0,25 €
Haushaltsstrom, günstiger Neuvertrag0,27 €
Haushaltsstrom, Grundversorgung im Schnitt0,356 €
Öffentliches AC-Laden bis 22 kW0,54 €
Öffentliches DC-Schnellladen ab 50 kW0,64 €
Ad-hoc-Laden am Autobahn-Schnelllader0,79 €

Was 100 Kilometer kosten

Rechenbeispiel mit einem Verbrauch von 18 kWh je 100 Kilometer, wie ihn viele Kompakt- und Mittelklassewagen im Alltag erreichen.

LadeortKosten je 100 km
Zuhause, Autostromtarif4,50 €
Zuhause, Neuvertrag4,86 €
Zuhause, Grundversorgung6,41 €
Öffentliche AC-Säule9,72 €
DC-Schnelllader11,52 €
Ad-hoc an der Autobahn14,22 €

Elektroauto Radar Berechnung auf Basis der oben genannten Referenzpreise. Rechnen Sie rund zehn Prozent Ladeverlust hinzu, wenn Sie an der Wallbox laden.

Der realistische Mix

Die meisten Haushalte mit eigener Wallbox laden etwa 80 Prozent zuhause und 20 Prozent unterwegs. Bei Grundversorgungspreis zuhause und Schnellladen unterwegs ergibt das rund 7,40 € je 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern im Jahr sind das etwa 1.115 € Stromkosten.

Wer keine eigene Wallbox hat und ausschließlich öffentlich lädt, landet je nach Tarifmix eher bei 1.450 bis 2.100 € im Jahr. Deshalb ist die Ladekarte für Laternenparker die wichtigste Stellschraube.

Wie viele Ladepunkte stehen zur Verfügung

Im Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur sind 116.442 Ladeeinrichtungen mit 209.134 Ladepunkten gemeldet. Davon liefern 49.374 Ladepunkte mindestens 50 kW und 38.777 mindestens 150 kW. Die durchschnittliche Anschlussleistung liegt bei 67 kW.

Passender Rechner

Ladekosten berechnen

So senken Sie Ihre Ladekosten

  • Zuhause laden, wo immer es geht: Der Preisabstand zum Schnelllader beträgt schnell 30 Cent je Kilowattstunde.
  • Einen Ladetarif mit Grundgebühr nur dann wählen, wenn Sie regelmäßig unterwegs laden; sonst frisst die Grundgebühr den Vorteil auf.
  • Ad-hoc-Laden ohne Vertrag als Notlösung behandeln, nicht als Regelfall.
  • Auf 80 Prozent statt 100 Prozent laden: Die letzten 20 Prozent dauern am Schnelllader unverhältnismäßig lange.
  • Im Winter vorklimatisieren, solange das Auto noch am Kabel hängt.

Häufige Fragen

Was kostet eine volle Ladung?

Bei einem 60-kWh-Akku und Grundversorgungspreis zuhause rund 21 €. Am Schnelllader mit 0,64 €/kWh rund 38 €, am Ad-hoc-Tarif rund 47 €.

Lohnt sich eine eigene Wallbox?

Bei 15.000 Kilometern im Jahr sparen Sie gegenüber reinem öffentlichem Schnellladen grob 700 bis 1.000 € jährlich. Damit amortisiert sich eine typische Wallbox-Installation meist innerhalb weniger Jahre.

Warum zeigt die Rechnung mehr Kilowattstunden als der Akku fasst?

Das ist der Ladeverlust. Gemessen wird an der Säule, nicht im Akku.

Quellen

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