Elektroauto oder Benziner: Der ehrliche Kostenvergleich

Strom gegen Sprit, Wartung, Steuer und Wertverlust: Wir rechnen den Kostenvergleich mit aktuellen deutschen Preisen durch – inklusive der Fälle, in denen sich der Verbrenner noch rechnet.

Elektroauto Radar RedaktionVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit geprüft am 09.09.2026Redaktionsrichtlinien

Ob sich ein Elektroauto gegenüber einem Benziner rechnet, entscheidet sich fast immer an zwei Fragen: Wie viele Kilometer fahren Sie im Jahr, und können Sie zuhause laden? Alles andere sind Nebenrechnungen.

Die Energiekosten im direkten Vergleich

Grundlage sind die bundesweiten Durchschnittspreise, die wir in unseren Rechnern hinterlegen: 0,356 € je Kilowattstunde Haushaltsstrom, 0,64 € am öffentlichen Schnelllader, 1,75 € je Liter Benzin E10 und 1,66 € je Liter Diesel.

Fahrzeug und LadeortVerbrauchKosten je 100 km
Elektroauto, zuhause18 kWh6,41 €
Elektroauto, 80 % zuhause / 20 % DC18 kWh7,43 €
Elektroauto, nur Schnelllader18 kWh11,52 €
Benziner7,0 l12,25 €
Diesel5,5 l9,13 €

Elektroauto Radar Berechnung. Der Stromverbrauch entspricht einem realistischen Alltagswert für Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge.

Auf ein Jahr gerechnet

Bei 15.000 Kilometern jährlich ergeben sich daraus folgende reine Energiekosten:

VarianteKosten pro Jahr
Elektroauto, zuhause geladenrund 960 €
Elektroauto im typischen Mixrund 1.115 €
Elektroauto, nur öffentlich schnellgeladenrund 1.730 €
Benzinerrund 1.840 €
Dieselrund 1.370 €

Der Vorsprung des Elektroautos beträgt beim Laden zuhause also grob 880 € gegenüber dem Benziner. Wer ausschließlich am Schnelllader lädt, verliert diesen Vorteil fast vollständig.

Was neben dem Energiepreis zählt

  • Wartung: Elektroautos haben keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen, keinen Auspuff und dank Rekuperation deutlich weniger Bremsenverschleiß. Die Werkstattkosten liegen erfahrungsgemäß niedriger, unterscheiden sich aber stark nach Modell und Vertrag.
  • Kfz-Steuer: Reine Elektrofahrzeuge sind in Deutschland befristet von der Kfz-Steuer befreit. Prüfen Sie den aktuellen Stand für Ihr Zulassungsdatum.
  • THG-Quote: Halterinnen und Halter reiner Elektrofahrzeuge können jährlich eine Prämie über den Handel mit Treibhausgasminderungsquoten erhalten. Die Höhe schwankt mit dem Quotenmarkt.
  • Anschaffung und Wertverlust: Der Kaufpreis liegt bei vergleichbarer Ausstattung meist über dem des Verbrenners. Diesen Unterschied müssen die laufenden Kosten erst wieder einholen.
  • Versicherung: Die Einstufung unterscheidet sich je nach Modell teils deutlich; ein Vergleich lohnt sich vor dem Kauf.

Wann sich der Verbrenner noch rechnet

Ein Elektroauto spielt seine Stärken bei hoher Jahresfahrleistung und eigener Lademöglichkeit aus. Der Verbrenner bleibt rechnerisch im Vorteil, wenn Sie sehr wenig fahren, keinen festen Ladeplatz haben und regelmäßig lange Strecken ohne Ladepause zurücklegen müssen. Auch ein sehr günstiger Gebrauchtwagen kann eine Neuanschaffung schlicht überbieten.

So rechnen Sie Ihren eigenen Fall

Nehmen Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch, Ihren tatsächlichen Strompreis und Ihre tatsächliche Jahresfahrleistung. Unsere Rechner machen daraus in wenigen Sekunden eine belastbare Zahl.

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Häufige Fragen

Ab wie vielen Kilometern lohnt sich ein Elektroauto?

Bei Laden zuhause liegt der Kostenvorteil pro 100 Kilometer bei rund 5,80 € gegenüber einem Benziner. Je höher Ihre Jahresfahrleistung, desto schneller gleicht das einen höheren Kaufpreis aus.

Wie stark verfälscht der Winter die Rechnung?

Rechnen Sie im Winter mit 15 bis 30 Prozent Mehrverbrauch, vor allem auf Kurzstrecken. Der Verbrenner verbraucht bei Kälte ebenfalls mehr, aber weniger deutlich.

Zählt der Wertverlust gegen das Elektroauto?

Er hängt stark vom Modell ab und ist keine allgemeine Eigenschaft des Antriebs. Ziehen Sie dafür aktuelle Restwertlisten heran, keine Faustformeln.

Quellen

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