Steckertypen beim Elektroauto: Typ 2, CCS und CHAdeMO erklärt

Welcher Stecker passt an welche Säule, wie schnell lädt er und was ist in Deutschland tatsächlich verbaut? Ein Überblick mit den Zahlen aus dem Ladesäulenregister.

Elektroauto Radar RedaktionVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit geprüft am 09.09.2026Redaktionsrichtlinien

In Europa hat sich die Steckerfrage weitgehend erledigt: Wechselstrom läuft über Typ 2, Gleichstrom über CCS. Alles andere ist Randerscheinung oder Altbestand. Trotzdem lohnt es sich zu verstehen, was hinter den Bezeichnungen steckt, denn davon hängt ab, wie lange Sie an der Säule stehen.

Die drei Steckertypen im Überblick

SteckerStromTypische LeistungWofür
Typ 2Wechselstrom (AC)11 bis 22 kWZuhause, Arbeitsplatz, Parkhaus, Übernachtladen
CCS (Combo 2)Gleichstrom (DC)50 bis 400 kWSchnellladen unterwegs, Autobahn
CHAdeMOGleichstrom (DC)50 kWÄltere japanische Modelle, Bestandssäulen

Was in Deutschland tatsächlich steht

Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur führt 116.442 Ladeeinrichtungen mit insgesamt 209.134 Ladepunkten. Nach Steckertyp verteilt sich das so:

SteckertypLadepunkte
Typ 2154.534
CCS54.894
CHAdeMO3.191

Typ 2 ist damit klar der Standard für das langsame Laden, CCS für das schnelle. CHAdeMO spielt mit weniger als zwei Prozent der Ladepunkte nur noch eine Nebenrolle und verschwindet mit jeder Modernisierung weiter.

Typ 2: der Alltagsstecker

Typ 2 überträgt Wechselstrom. Das Auto wandelt ihn über sein eingebautes Ladegerät in Gleichstrom um, und genau dieses Ladegerät begrenzt die Geschwindigkeit. Viele Fahrzeuge laden einphasig mit 7,4 kW oder dreiphasig mit 11 kW, einige mit 22 kW. Eine 22-kW-Säule bringt Ihnen nichts, wenn Ihr Auto nur 11 kW kann.

Typische Ladezeit für 10 bis 80 Prozent bei einem 60-kWh-Akku:

  • 11 kW: rund 3 Stunden 50 Minuten
  • 22 kW: rund 1 Stunde 55 Minuten

CCS: der Schnellladestecker

CCS erweitert den Typ-2-Stecker um zwei zusätzliche Kontakte für Gleichstrom. Der Strom geht direkt in die Batterie, das interne Ladegerät bleibt außen vor. Deshalb sind hier 50 kW bis über 350 kW möglich.

Wie schnell es wirklich geht, entscheidet nicht die Säule allein, sondern die Ladekurve des Fahrzeugs, der Ladestand und die Batterietemperatur. Zwischen 10 und 80 Prozent ist die Leistung am höchsten; darüber drosselt praktisch jedes Auto deutlich.

Von den 209.134 Ladepunkten in Deutschland liefern 49.374 mindestens 50 kW und 38.777 mindestens 150 kW. Die durchschnittliche Anschlussleistung über alle Ladepunkte beträgt 67 kW.

CHAdeMO und Sonderfälle

CHAdeMO stammt aus Japan und ist vor allem an älteren Nissan- und Mitsubishi-Modellen zu finden. Neue Fahrzeuge in Europa setzen praktisch ausnahmslos auf CCS. Tesla nutzt in Europa ebenfalls Typ 2 und CCS; ältere Supercharger-Standorte mit proprietärem Stecker sind hier nicht relevant.

Kabel, Kupplung, Ladeklappe

  • Mode-3-Kabel: Für AC-Säulen ohne festes Kabel brauchen Sie ein eigenes Typ-2-Kabel. Achten Sie auf die Strombelastbarkeit, ein 11-kW-Kabel bremst ein 22-kW-Auto aus.
  • Feste Kabel: DC-Schnelllader haben immer ein fest angeschlagenes Kabel.
  • Schuko: Die Haushaltssteckdose ist nur eine Notlösung mit rund 2,3 kW und für regelmäßiges Laden nicht geeignet.

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Häufige Fragen

Muss ich mich zwischen Typ 2 und CCS entscheiden?

Nein. Jedes moderne Elektroauto mit CCS-Anschluss lädt an Typ-2-Säulen ebenso wie an CCS-Schnellladern; der Anschluss ist derselbe, CCS ergänzt ihn nur nach unten.

Warum lädt mein Auto langsamer als die Säule verspricht?

Weil das Fahrzeug die Leistung bestimmt. Bei AC begrenzt das Bordladegerät, bei DC die Ladekurve, der Ladestand und die Batterietemperatur.

Lohnt sich ein 22-kW-Bordlader?

Nur, wenn Sie regelmäßig an 22-kW-Säulen stehen und dort wenige Stunden Zeit haben. Für das Laden über Nacht reichen 11 kW vollkommen.

Quellen

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