Zuhause laden: Wallbox, Ladeleistung und Kosten im Überblick

Wallbox oder Steckdose, 11 oder 22 kW, eigener Zähler oder Haushaltsstrom: Was Sie vor der Installation wissen sollten – und was das Laden zuhause wirklich kostet.

Elektroauto Radar RedaktionVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit geprüft am 09.09.2026Redaktionsrichtlinien

Wer zuhause laden kann, fährt elektrisch am günstigsten. Der Unterschied zwischen Wallbox und Schnelllader beträgt schnell 30 Cent je Kilowattstunde. Diese Anleitung führt durch die Entscheidungen, die vor der Installation anstehen.

Steckdose oder Wallbox

Die Haushaltssteckdose liefert dauerhaft nur rund 2,3 kW. Ein 60-kWh-Akku wäre damit über einen Tag beschäftigt, und die Leitung wird über Stunden am Limit belastet. Für den Notfall in Ordnung, als Dauerlösung nicht.

Eine Wallbox lädt mit 11 kW dreiphasig, überwacht die Leitung, kommuniziert mit dem Fahrzeug und lässt sich steuern. Für den Alltag ist sie die richtige Wahl.

11 oder 22 kW

Leistung10 auf 80 % bei 60 kWh AkkuAnmeldung
2,3 kW (Schuko)rund 18 Stundenkeine
11 kWrund 3 Stunden 50 MinutenAnmeldung beim Netzbetreiber
22 kWrund 1 Stunde 55 MinutenGenehmigung des Netzbetreibers

Zwei Punkte entscheiden: Ihr Auto muss die Leistung überhaupt annehmen können, und 22 kW sind genehmigungspflichtig. Wer über Nacht lädt, gewinnt mit 22 kW nichts. Für die allermeisten Haushalte sind 11 kW die richtige Wahl.

Was das Laden zuhause kostet

StromtarifPreis je kWhKosten je 100 km bei 18 kWh
Autostromtarif mit eigenem Zähler0,25 €4,50 €
Günstiger Neuvertrag0,27 €4,86 €
Grundversorgung im Schnitt0,356 €6,41 €

Elektroauto Radar Berechnung auf Basis der BDEW-Strompreisanalyse. Rechnen Sie rund zehn Prozent Ladeverlust hinzu.

Bei 15.000 Kilometern im Jahr trennen Grundversorgung und Autostromtarif rund 285 €. Ein separater Zähler lohnt sich also vor allem bei hoher Fahrleistung.

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Vor der Installation klären

  1. Netzanschluss: Reicht die Absicherung Ihres Hausanschlusses für zusätzliche 11 kW?
  2. Anmeldung: Jede Wallbox ab 3,6 kW muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, ab 12 kW braucht sie eine Genehmigung.
  3. Leitungsweg: Die Kosten steigen mit jedem Meter Kabel und jeder Wanddurchführung.
  4. Fehlerstromschutz: Je nach Wallbox ist ein zusätzlicher Schutzschalter nötig; eine Fachkraft muss das beurteilen.
  5. Lastmanagement: Bei mehreren Ladepunkten oder einer Wärmepumpe verhindert es, dass der Hausanschluss überlastet wird.
  6. Photovoltaik: Soll die Wallbox Überschussstrom nutzen, muss sie das können und mit dem Wechselrichter sprechen.
  7. Förderung: Manche Programme verlangen den Antrag vor dem Kauf.

Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft

Mieterinnen und Mieter sowie Wohnungseigentümer haben in Deutschland grundsätzlich einen Anspruch darauf, auf eigene Kosten eine Lademöglichkeit zu errichten. Über die konkrete Ausführung darf der Vermieter oder die Gemeinschaft mitentscheiden. Planen Sie im Mehrparteienhaus von Anfang an ein Lastmanagement mit ein, sonst blockiert der erste Ladepunkt alle weiteren.

Häufige Fragen

Brauche ich einen eigenen Zähler?

Nur für einen separaten Autostromtarif. Der zweite Zähler verursacht Grundkosten, die sich erst ab einer gewissen Lademenge rechnen.

Schadet nächtliches Laden dem Akku?

Nein. Schonender ist es sogar, weil mit niedriger Leistung geladen wird. Wer das Auto nicht täglich leerfährt, kann die Ladegrenze auf 80 Prozent setzen.

Kann ich meinen Solarstrom zum Laden nutzen?

Ja, mit einer überschussfähigen Wallbox. Der Ladestrom kostet dann nur so viel, wie Ihnen an Einspeisevergütung entgeht.

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